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Carrotmob – Weltverbesserung 2.0

Carrotmob

Die Idee vom strategischen Konsum ist ein zentraler Gedanke in der Kultur der Nachhaltigkeit: wenn Konsumenten erstens bewusst und zweitens vereint handeln, können sie Unternehmen zum Umdenken bringen. Diese Erkenntnis ist zentrales Thema von z.B. Karmakonsum und das Modell auf dem sich die Community Utopia gegründet. Ein relativ frisches Beispiel ist Carrotmob, eine neue Non-Profit Organisation, die das Prinzip des strategischen Konsums ganz pragmatisch und mit homöopathischer Wirkung und trotzdem extrem aufmerksamkeitsstark unter Beweis gestellt hat.

Brent Schulkin, ein 27-jähriger Stanford Absolvent und Corporate Eventmanager glaubt, dass man Unternehmen lieber durch die sprichwörtlichen carrots als durch sticks bewegt: Er ließ in seiner Nachbarschaft in San Francisco mehrere Convenience Stores ein Gebot abgeben, wieviel Prozent Umsatz eines kollektiven Kaufrausches sie in ökologische Renovierung investieren würden. Der etwas heruntergekommene K&D Market im Mission District bot 22% und gewann: am 29. März fand sich ein “Mob” von ca. 300 Strategischen Konsumenten ein und stand Schlange um innerhalb weniger Stunden für über 9.000 Dollar dem Laden ein ungefähr 3-4 faches des üblichen Tagesumsatzes zu bescheren. Jetzt fliegen die uralte Beleuchtung und die alten Kühlschränke aus dem Laden.

Stimmt, davon wird die Welt nicht wesentlich besser, aber 300 Leute haben eine erhellende und spaßige basisdemokratische Erfahrung gemacht. Und offensichtlich sind sie nicht allein: Auch Wired, die LA Times und viele andere finden dies faszinierend, denn dahinter steht eine Art der Weltverbesserung, die wir so noch nie gesehen haben. Für diese “Weltverbesserung 2.0″ gibt es fünf Prinzipien:

1.) Grassroots: Das Gesetz der kritischen Masse gilt nicht mehr. Jede noch so kleine Aktion kann praktisch ohne Hürden globale Wirkung entfalten.

2.) Idee: Der moderne Mythos in der Kultur der Nachhaltigkeit ist die fantastisch einfache und zwingend logsiche Idee, welche Massen mobilisiert und exponentielle Wirkung entfaltet. Hunderte von Kommentaren bestätigen Brent Schulkin die “Genialität” seiner ursprünglichen Idee.

3.) Fun: Weltverbesserung ist nicht nur schmerzfrei und einfach, sie ist auch noch ein Lustgewinn – die Aktion in San Francisco endete mit einem Konzert im Park gegenüber des Ladens.

4.) Aktivisten als Willensvertreter: Weil Aktivisten nur durch die Unterstützung ihrer viral angesammelten Community ihre Wirkung entfalten können, nehmen sie ihre Rolle als Vertreter des Willens ihrer Massen überdurchschnittlich ernst: Auch Carrotmob Initator Brent Schulkin lässt über sein Blog über kritische Fragen sofort abstimmen, weil er sich als gewählter Vertreter versteht.

5.) Renaissance der Demokratie: Das Social Web ermöglicht eine zentrale demokratische Erfahrung, die alle Politkverdrossenheit der jungen Generation Lügen straft. Virtuelle Communities sind nicht Abbild, sondern neuer Kern von sozialen Gemeinschaften und ermöglichen reale Gemeinschaftserfahrungen, die von technophoben Sozialpessimisten längst verloren geglaubt waren.

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2 Antworten: Carrotmob – Weltverbesserung 2.0”

  1. [...] evoluzzer gehört carrotmob zur weltverbesserung 2.0 und das nicht nur wegen der intensiven einbindung der initiativen in das web 2.0 (facebook, weblog, [...]

  2. [...] erste Carrotmob fand 2008 in San Francisco in den USA statt. Nach einem Wettbewerb zwischen rund 30 konkurrierenden [...]

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