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Der LichtBlick Nichtblick: Lektion #1 der nachhaltigen Kommunikation

LichtBlick.jpgDie FTD fand heraus, daß der Ökostromanbieter LichtBlick regelmäßig auch Atom- und Kohlestrom an seine Kunden liefert. LichtBlick bestätigt dies und zerrt dann zunächst sich selbst in den Abgrund: Die Erklärung “100-Prozent regenerativen Strom anzubieten beziehe sich nur auf den “planbaren” Strombedarf, nicht aber auf den Zukauf von nicht prognostiziertem Zusatzbedarf, die sogenannte Regelenergie. Aber es kommt noch schlimmer: dies sei gängige Praxis bei allen Stromanbietern, da solche Regelenergie nicht “grün” beschafft werden könne. Einige Wettbewerber dementieren heftig, die öffentliche Empörung ist perfekt.

Kaum jemand, der dem Ökomanager des Jahres 2006 jetzt nicht vorwerfen würde, leichtfertig seine 400.000 Kunden verarscht zu haben. Es hilft weder der Verweis, dass 98,5% Ökostrom doch auch nicht schlecht sind, noch ist das ethische Versagen damit zu rechtfertigen, daß man sich die ethische Latte ja auch sehr hoch gelegt hatte:

“[...]Bei aller Diskussion über das Vorgehen von Lichtblick darf keiner vergessen: Im Vergleich zu den großen konventionellen Stromversorgern ist Lichtblick immer noch ein Heiliger. [...]“

Quelle: Jan Abele auf Utopia, 12.06.2008, www.utopia.de

Aber ein Gutes hat die Sache doch: Die Ära, in der Greenwashing als Kavaliersdelikt gilt, geht bald zuende. Merke: Transparenz ist das höchste Gut in der Kommunikation mit den LOHAS. Wer jetzt bei LichtBlick darauf hofft, daß es kein Beinbruch sei, ein paar besonders kritische Kunden zu verlieren, der sei an die Lehre von Basic aus dem Lidl-Desaster erinnert: Wer die Ökos empört, der hat die LOHAS schon verloren.

2 Antworten: Der LichtBlick Nichtblick: Lektion #1 der nachhaltigen Kommunikation”

  1. Und Lichtblick unterstützt zum Beispiel die kleineren Ökostromanbieter mit deren Rechtsabteilung.

    Und Lichtblick hat auch die Ökostromwende ganz massiv nach Vorne gebracht. Ohne Lichtblick wären wir vielleicht immer noch nicht in der Lage, Ökostrom aus Süddeutschland in Hamburg zu bekommen.

  2. Jeder, der ein Eigenheim sein eigen nennen darf kann dieses Missverhältnis selber ändern:
    http://www.lichtblick.de/h/ZuhauseKraftwerk_285.php

    Man kann also Lichtblick nicht vorwerfen, sie würden es nicht versuchen. Wer aber glaubt, dass jeder “Ökostrom” Anbieter ein heiliger sei, lebt nicht in der Realität. Jeder von uns muss Kompromisse eingehen, auch wenn er das richtige Ziel verfolgt.

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